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Deutsche Redewendungen, die jeder australische Lernende kennen (und lieben) sollte

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Ein Leitfaden für Australier zu deutschen Redewendungen, die jeder australische Lernende kennen (und lieben) sollte.

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Warum deutsche Redewendungen für australische Lernende Ihre Zeit wert sind

Sobald man über das Lehrbuchdeutsch hinausgeht, eröffnet sich eine Welt voller Ausdrücke, die nur im Deutschen wörtlich Sinn ergeben. Diese Redewendungen sind nicht nur witzig – sie offenbaren etwas Authentisches über die deutsche Kultur und Denkweise. Ob Sie nun Deutsch für Ihr Goethe-Zertifikat lernen, einen Work-and-Travel-Aufenthalt in Deutschland planen oder einfach nur zu Hause in Sydney oder Melbourne deutsche Filme schauen – Ihnen ist sicher aufgefallen, dass Muttersprachler ganz anders sprechen als in Ihren Grammatikübungen. Diese Lücke füllen Redewendungen.

Der kulturelle Wert deutscher Redewendungen

Redewendungen sind Ausdruck der Persönlichkeit einer Sprache. Wer sie kennt, versteht Witze, lockere Gespräche und kulturelle Anspielungen, die einem sonst völlig entgehen würden. Gerade für australische Lernende sind Redewendungen aus mehreren Gründen wichtig:

  • Reisen und Leben im Ausland: Wenn Sie mit einem Arbeitsvisum nach Berlin reisen oder an einer deutschen Universität studieren, helfen Ihnen Redewendungen dabei, mit Einheimischen weit über Höflichkeiten hinaus in Kontakt zu treten.
  • Goethe-Zertifikat-Prüfungen: Höhere Goethe-Prüfungen wie B2 und C1 beinhalten regelmäßig idiomatische Ausdrücke in Hör- und Leseverständnisaufgaben. Kenntnisse gängiger Redewendungen verschaffen Ihnen einen echten Vorteil.
  • Echte Beziehungen aufbauen: Deutsche schätzen es, wenn Ausländer über auswendig gelernte Floskeln hinausgehen. Die korrekte – selbst nicht perfekte – Verwendung einer Redewendung signalisiert Bemühung und verschafft sofortigen Respekt.
  • Humor verstehen: Deutscher Humor ist trocken und oft idiomatisch. Ohne diese Ausdrücke zünden viele Witze einfach nicht.

Und ehrlich gesagt, deutsche Redewendungen sind einfach herrlich. Sie sind originell, bildhaft und beinhalten mitunter Tiere, die sehr seltsame Dinge tun. Australier, die selbst eine reiche Tradition farbenfroher Ausdrücke haben, lieben sie meist sofort.

Redewendungen rund ums Essen und Trinken, die deutsche Prioritäten offenbaren

Die Deutschen nehmen Essen und Trinken ernst – und das spiegelt sich auch in ihren Redewendungen wider. Erstaunlich viele gebräuchliche deutsche Ausdrücke drehen sich um Brot, Bier, Wurst und Gemüse. Das sind nicht nur skurrile Redewendungen; sie verraten etwas Wesentliches über die Prioritäten im deutschen Alltag.

Das ist nicht mein Bier

Wörtlich: Das ist nicht mein Bier.
Bedeutung: Das ist nicht mein Problem. Das geht mich nichts an.
Australisches Äquivalent: Die Australier würden vielleicht sagen „Nicht mein Zirkus, nicht meine Affen“ – aber die deutsche Version beinhaltet Bier, was sie wohl überlegen macht.
Beispielsatz: Ob das Projekt scheitert, ist nicht mein Bier. (Ob das Projekt scheitert, ist nicht mein Problem.)

Diese Redewendung passt besonders gut ins Arbeitsumfeld. Wer einmal in einem deutschen Unternehmen arbeitet – sei es in Deutschland oder in einem deutschen Unternehmen in Australien – wird sie regelmäßig hören. Sie ist direkt, so wie die deutsche Bürokultur manchmal auch direkt sein kann, und gerade diese Direktheit hat etwas Erfrischendes.

Das ist mir Wurst

Wörtlich: Das ist für mich Wurst.
Bedeutung: Es ist mir völlig egal. Es macht für mich keinen Unterschied.
Beispielsatz: Ob wir Montag oder Dienstag fahren, ist mir Wurst. (Ob wir Montag oder Dienstag reisen, macht für mich keinen Unterschied.)

Wurst – die deutsche Wurst – taucht in zahlreichen deutschen Redewendungen und Ausdrücken auf, weil sie so fest im deutschen Alltag verankert ist. Man könnte es mit dem australischen Ausdruck „no worry“ vergleichen, der als kulturelle Kurzformel dient. Die Wurst ist allgegenwärtig.

Tierische Redewendungen, die absolut keinen Sinn ergeben (bis sie es tun)

Deutsche Redewendungen mit Tieren gehören zu den einprägsamsten und gebräuchlichsten. Sie sind oft so anschaulich, dass sie bisweilen absurd wirken, weshalb sie Lernenden so gut im Gedächtnis bleiben.

Da liegt der Hund begraben

Wörtlich: Dort ist der Hund begraben.
Bedeutung: Das ist der Kern des Problems. Das ist der Kern der Sache.
Verwenden Sie es, wenn: Sie nach langen Diskussionen oder viel Verwirrung endlich das eigentliche Problem in einer Situation erkannt haben.
Beispielsatz: Ah, da liegt der Hund begraben! (Aha, das ist die Wurzel des Problems!)

Man schätzt, dass diese Redewendung aus dem 15. Jahrhundert stammt und möglicherweise mit alten germanischen Sagen über vergrabene Schätze, die von Hunden bewacht werden, zusammenhängt. Woher sie auch immer kommt, sie ist nach wie vor im täglichen Gebrauch und wird jeden Deutschsprachigen beeindrucken, wenn man sie beiläufig in ein Gespräch einfließen lässt.

Ich glaube, ich laust der Affe

Wörtlich: Ich glaube, ein Affe entlaust mich.
Bedeutung: Ich kann es nicht glauben. Das ist doch nicht dein Ernst!
Verwenden Sie es, wenn: Etwas Sie schockiert, verblüfft oder überrascht – insbesondere auf eine ungläubige Weise.
Beispielsatz: Du hast das Auto vergessen? Ich glaube, ich laust der Affe! (Du hast das Auto vergessen? Ich kann es nicht glauben!)

Australier finden diesen Ausruf meist sofort liebenswert. Er hat dieselbe Energie wie einige unserer farbenfroheren Ausrufe, und das Bild eines entlaustenden Affen macht ihn wirklich unvergesslich. Verwenden Sie ihn lieber unter Freunden, nicht in formellen Situationen.

Tomaten auf den Augen haben

Wörtlich: Tomaten auf den Augen haben.
Bedeutung: Völlig ahnungslos sein. Etwas nicht bemerken, was für alle anderen offensichtlich ist.
Verwenden Sie es, wenn: Jemand das, was direkt vor ihm liegt, nicht sieht – im wörtlichen oder übertragenen Sinne.
Beispielsatz: Hast du Tomaten auf den Augen? Das steht doch direkt dort! (Bist du blind? Es ist genau dort!)

Dieser Ausdruck lässt sich hervorragend in australisches Englisch übertragen. Wir alle kennen jemanden, der metaphorisch gesprochen Tomaten in den Augen hat – jemanden, der die offensichtliche Lösung übersieht, den Freund, der das Schild direkt vor seiner Nase nicht erkennt. Er ist treffend, witzig und sofort verständlich.

Redewendungen für australische Alltagssituationen

Die besten Redewendungen sind die, die man im Alltag tatsächlich anwenden kann. Hier erfahren Sie, wie sich einige klassische deutsche Ausdrücke auf Situationen übertragen lassen, die Australier regelmäßig erleben – sei es auf Reisen, beim Studium, bei der Arbeit oder einfach im Gespräch.

Im Pub oder beim Grillen: So geht Smalltalk richtig

Australier sind bekannt für ihre lockere Art im Gespräch, und Deutsche – sobald man die anfängliche Förmlichkeit überwunden hat – sind da keine Ausnahme. Ob Sie sich nun in einem Münchner Biergarten befinden oder einem deutschen Kollegen Ihre Wochenendpläne schildern, mit diesen Redewendungen klingen Sie viel natürlicher als mit jeder noch so auswendig gelernten Floskel.

  • Tomaten auf den Augen haben “ – diese Redewendung wird verwendet, wenn jemand etwas Offensichtliches völlig übersieht. Denk an den Kumpel, der nie merkt, wenn der Grill leer ist. „Hast du Tomaten auf den Augen?“ ist das deutsche Äquivalent zu „Bist du blind, Kumpel?“.
  • Ich verstehe nur Bahnhof – perfekt für den Moment an einem deutschen Bahnhof, wenn die Durchsagen im Schnellfeuer-Hochdeutsch ertönen und man genau ein Wort versteht. Es bedeutet, dass man absolut keine Ahnung hat, was vor sich geht. Australier werden das sofort nachvollziehen können.
  • Jemandem auf den Keks gehen – also jemandem auf die Nerven gehen. Falls sich dein Reisebegleiter die ganze Woche über die Kälte in Berlin beschwert hat, ist dieser Spruch genau das Richtige für ihn.

Studieren in Deutschland: Campusleben und Gespräche im Hörsaal

Wer ein Studium in Deutschland in Erwägung zieht – und angesichts der niedrigen oder gar nicht erhobenen Studiengebühren an vielen deutschen Universitäten tun dies viele Australier – wird schnell feststellen, dass die deutsche Universitätskultur ihren eigenen Wortschatz und Rhythmus hat. Diese Redewendungen sind unter Studierenden allgegenwärtig.

  • Den inneren Schweinehund überwinden – so beschreibt man im Deutschen, wie man seine Faulheit oder mangelnde Motivation bezwingt. Kommt Ihnen das bekannt vor? Es ist diese innere Stimme, die einem einflüstert, lieber noch eine Folge zu schauen, anstatt für die Goethe-B2-Prüfung zu lernen. Jeder australische Student im Ausland kennt diesen Kampf nur zu gut.
  • Auf dem Schlauch stehen (wörtlich: „auf dem Schlauch stehen“) – bedeutet, festzustecken, verwirrt zu sein oder einen Blackout zu haben. Stellen Sie sich vor, Sie werden in einem deutschen Seminar aufgerufen und Ihr Kopf ist wie leergefegt. Das ist genau das, was man als „auf dem Schlauch stehen“ bezeichnet.
  • Nicht auf den Mund gefallen sein – beschreibt jemanden, der schlagfertig ist und nie um Worte verlegen ist. Jemand, der bei Uni-Debatten immer eine schlagfertige Antwort parat hat.

Am Arbeitsplatz: Deutsche Bürokultur für australische Expats

Wer als Australier in Deutschland, Österreich oder der Schweiz arbeitet, erlebt so manche kulturelle Überraschung. Deutsche gelten als direkt, pünktlich und sehr strukturiert. Die richtigen Redewendungen zu kennen, hilft, die Stimmung im Raum richtig einzuschätzen und sich souverän an lockeren Gesprächen am Arbeitsplatz zu beteiligen.

Nützliche Redewendungen für den Arbeitsplatz im Überblick

Deutsche Redewendung Wörtliche Übersetzung Was es tatsächlich bedeutet Australisches Äquivalent
Das ist nicht mein Bier Das ist nicht mein Bier. Das ist nicht mein Problem / nicht meine Abteilung „Nicht mein Zirkus, nicht meine Affen“
Auf Wolke sieben schweben Auf Wolke sieben schweben Sich im siebten Himmel fühlen, überglücklich sein "Überglücklich"
Die Katze aus dem Sack lassen Um die Katze aus dem Sack zu lassen Ein Geheimnis oder eine Überraschung enthüllen „Lass die Katze aus dem Sack“ – identisch!
Um den heißen Brei herumreden Um den heißen Brei herumzureden Um es kurz zu machen „Hör auf, um den heißen Brei herumzureden!“

Beachten Sie, wie sich manche Redewendungen fast perfekt ins australische Englisch übertragen lassen, während andere auf wunderbare Weise einzigartig für die deutsche Kultur sind. Diese Überschneidungen gehören tatsächlich zu den schönsten Aspekten des Sprachenlernens – man erkennt, wie stark der germanische Einfluss bereits im Englischen verankert ist.

Unterwegs durch die DACH-Region: Redewendungen in freier Wildbahn

Österreich, Deutschland und die Schweiz haben jeweils ihren eigenen regionalen Dialekt des Deutschen, aber gängige Redewendungen sind in allen drei Ländern weit verbreitet. Ob Sie nun in Zürich mit einem verspäteten Zug zu tun haben, auf einem Weihnachtsmarkt in Wien feilschen oder in Hamburg nach dem Weg fragen – diese Ausdrücke verleihen Ihnen eine authentische Note, die ein Deutsch aus dem Sprachführer einfach nicht bieten kann.

  • Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei – eine humorvolle Art zu sagen, dass alles Schöne einmal ein Ende hat. Verwenden Sie es am Ende einer tollen Reise, eines ausgedehnten Abendessens oder eines Oktoberfestbesuchs. Es wird Ihnen garantiert ein Lächeln ins Gesicht zaubern.
  • Sich auf den Hosenboden setzen (wörtlich: „sich auf den Hintern setzen“) – so viel wie: sich an die Arbeit machen. Sehr passend, wenn man merkt, dass das Deutsch doch nicht so gut ist, wie man am ersten Tag des Austauschprogramms dachte.
  • Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen“ – die deutsche Redewendung, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Perfekt, um eine Reise zu beschreiben, die Sightseeing und eine Goethe-Prüfung in derselben Stadt kombiniert.

Je mehr man in alltägliche deutsche Gespräche eintaucht – sei es persönlich oder über Sprachlern-Apps, Podcasts oder Kurse –, desto weniger fühlen sich diese Redewendungen wie auswendig gelernte Phrasen an, sondern vielmehr wie echte Werkzeuge zur Kommunikation. Und genau darum geht es letztendlich beim Sprachenlernen.

Jetzt haben wir den Salat

Wörtlich: Jetzt haben wir den Salat.
Bedeutung: Seht euch nur das Chaos an, in dem wir stecken. Das ist das Ergebnis unseres eigenen Handelns.
Verwenden Sie es, wenn: Eine Situation aus dem Ruder gelaufen ist, in der Regel als vorhersehbare Folge schlechter Entscheidungen.
Beispielsatz: Du wolltest nicht auf mich hören, und jetzt haben wir den Salat. (Du würdest nicht auf mich hören, und jetzt schau dir an, in welchem Schlamassel wir stecken.)

Stell dir vor, du buchst Flüge, ohne deine Visadaten zu prüfen, oder schiebst deine Deutschhausaufgaben bis zum Abend vorher auf. Jetzt haben wir den Salat. Das passt perfekt zu australischen Situationen und hat genau den resignierten, ironischen Unterton, den Australier so schätzen.

Auf den Busch klopfen

Wörtlich: An den Busch klopfen.
Bedeutung: Die Lage sondieren. Vorsichtig die Lage ausloten oder versuchen, Informationen indirekt zu beschaffen.
Beispielsatz: Ich werde mal auf den Busch klopfen und sehen, ob er interessiert ist. (Ich werde ein paar Fühler ausstrecken und sehen, ob er Interesse hat.)

Australier werden diese soziale Dynamik sofort wiedererkennen. Ob man nun nachfragt, ob ein deutscher Sprachaustauschpartner Interesse hat, oder sich diskret erkundigt, ob eine Stelle in München noch frei ist.

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