- München verstehen
- Wie man von Australien nach München kommt
- Orientierung: Münchens Layout
- Die wichtigsten München-Erlebnisse
- Marienplatz und Glockenspiel
- Der Englische Garten
- Die Münchner Residenz
- Die Pinakotheken – Münchens Kunstmuseumsverbund
- Biergärten und Bierhallen: Die Münchner Gesellschaftsinstitution
- Tagesausflüge ab München: Die Alpen sind ganz in der Nähe
- Unterkünfte in München
- Deutsche (und bayerische) Ausdrücke für München
- Wann sollte man gehen?
- Wie lange benötigen Sie?
- Zusammenfassung
München ist die deutsche Stadt, die Australier immer wieder aufs Neue überrascht – nicht etwa, weil sie etwas Schlechtes erwarten, sondern weil die Realität alle Erwartungen übertrifft. Die bayerische Landeshauptstadt besticht durch ihre außergewöhnliche Vollständigkeit: eine intakte und wunderschöne Altstadt, eine Biergartenkultur, die gewöhnliche Abende zu geselligen Ritualen macht, an klaren Tagen von der Stadt aus sichtbare Alpen, herausragende Museen und eine hohe Lebensqualität, die erklärt, warum München regelmäßig Spitzenplätze in globalen Lebensqualitätsrankings belegt.
Australier, die München besuchen und Oktoberfest und Lederhosen erwarten, bekommen etwas viel Interessanteres vor: eine selbstbewusste, wohlhabende, wahrhaft schöne Stadt, die ihre Identität – bayerisch, katholisch, traditionsbewusst, aber auch modern und fortschrittlich – mit absoluter Leichtigkeit trägt.
München verstehen
München ist nicht Berlin. Es fehlt Berlins lässige Selbstsicherheit, seine kreative Unbeständigkeit und seine historische Schwere. Was München stattdessen besitzt, ist Etablierung – das Selbstbewusstsein einer Stadt, die seit Langem wohlhabend, kulturell reich und bedeutend ist und es nicht nötig hat, dies zu beweisen.
Die bayerische Identität unterscheidet sich in wesentlichen Punkten von der deutschen. Bayern war bis 1871 ein unabhängiges Königreich. Es hat seine eigene Kultur, seinen Dialekt, seine religiöse Tradition (überwiegend katholisch im mehrheitlich protestantischen Norddeutschland), seine Esskultur und sein architektonisches Erbe bewahrt. München einfach nur als „Deutschland“ zu betrachten, verkennt die Besonderheiten, die diese Stadt so einzigartig machen. München ist Bayern in seiner urbanen Form.
BMW, Siemens, Allianz, Munich Re, MAN, Linde – Münchens Unternehmenslandschaft erklärt den Wohlstand der Stadt und die besondere Art von Einwohnern, die sie anzieht: gut ausgebildet, international orientiert und in der Lage, sich die hohen Wohnkosten Münchens zu leisten. Das Ergebnis ist eine Stadt mit exzellenter Infrastruktur, hohen Ansprüchen und einem kosmopolitischen Charakter, der sich trotz ihrer regionalen Identität behauptet.
Wie man von Australien nach München kommt
Der Flughafen München ( Flughafen Franz Josef Strauß , MUC) ist neben Frankfurt einer der beiden wichtigsten internationalen Flughäfen Deutschlands. Es gibt Direktflüge und Flüge mit einem Zwischenstopp von Sydney und Melbourne über Singapur, Dubai, Abu Dhabi und Doha.
Vom Flughafen in die Stadt: Die S-Bahn-Linien S1 und S8 verbinden den Flughafen in ca. 40 Minuten mit dem Hauptbahnhof . Die Fahrt ist im Deutschlandticket enthalten. Taxi: ca. 60–80 €. Die Bahn ist deutlich praktischer.
Orientierung: Münchens Layout
München ist kompakter als Berlin und die zentralen Bereiche lassen sich leichter zu Fuß erkunden. Das historische Zentrum wird durch die alte Stadtgrenze definiert – einen groben Kreis um den Marienplatz.
Altstadt-Lehel: Das historische Zentrum – Marienplatz, Residenz, Hofbräuhaus, bedeutende Kirchen. Sehr touristisch, aber wirklich wunderschön.
Maxvorstadt: Münchens Museumsviertel nördlich der Altstadt – der Museumskomplex Pinakotheken, das Universitätsviertel, hervorragende Cafés und Restaurants.
Schwabing: Nördlich der Maxvorstadt – Münchens bohemische Vergangenheit und seine prosperierende Gegenwart treffen in einem Viertel mit baumgesäumten Straßen, Kunstgalerien und dem nördlichen Rand des Englischen Gartens aufeinander.
Glockenbachviertel und Au-Haidhausen: Südlich und östlich des Zentrums – jünger, internationaler, hervorragende Gastronomieszene, die Strände der Isar.
Neuhausen-Nymphenburg: Westlich des Zentrums – Wohngebiet, Schloss Nymphenburg, etwas günstiger und weniger touristisch geprägt.
Die wichtigsten München-Erlebnisse
Marienplatz und Glockenspiel
Der Marienplatz ist Münchens zentraler Platz – das Neue Rathaus mit seiner neugotischen Fassade und das berühmte Glockenspiel prägen die Ostseite. Das Glockenspiel erklingt um 11 Uhr (sowie im Sommer um 12 und 17 Uhr) und wird mit mechanischen Figuren animiert, die eine königliche Hochzeit aus dem 16. Jahrhundert und einen Tanz zur Feier des Endes der Pest nachstellen. Es ist kitschig und wunderbar, und täglich erfreuen sich 10.000 Menschen an diesem Spektakel.
Besteigen Sie den Turm des Neuen Rathauses oder der angrenzenden Peterskirche, um den besten Blick über die Dächer der Altstadt zu genießen, wobei an klaren Tagen die Alpen sichtbar sind.
Der Viktualienmarkt: Unmittelbar südlich des Marienplatzes – Münchens bester Lebensmittelmarkt, täglich geöffnet (sonntags geschlossen). Käse, Fleisch, Fisch, Gemüse, Blumen, Spezialitäten und ein Biergarten im Zentrum, wo Münchner in Businesskleidung mittags an Stehtischen die Messe trinken. Einer der großartigsten urbanen Lebensmittelmärkte Europas.
Der Englische Garten
Der Englische Garten ist größer als der Central Park in New York und Hampstead Heath in London – 3,7 Quadratkilometer Parklandschaft, die sich vom Stadtzentrum mehrere Kilometer nach Norden erstreckt. Er beherbergt Biergärten, ein japanisches Teehaus, Wiesen, die Eisbachwelle und eine für eine europäische Großstadt außergewöhnliche Gründichte.
Die Eisbachwelle: Eine stehende Welle im Eisbach am südlichen Eingang des Englischen Gartens, wo Surfer Schlange stehen, um sie zu reiten – mitten in München, das ganze Jahr über, auch im Winter. Eine der markantesten und beliebtesten Sehenswürdigkeiten Münchens und Quelle echten deutschen Bürgerstolzes.
Der Biergarten Hirschgarten: Angrenzend an den Englischen Garten, der größte Biergarten der Welt – mit 8.000 Plätzen. Das typisch Münchner Outdoor-Erlebnis: lange Holzbänke unter Kastanienbäumen, große Keramikkrüge mit Augustiner, Brezn und Hendl sowie die entspannte Geselligkeit eines Münchner Nachmittags.
Nudismus: Im Englischen Garten gibt es offizielle FKK-Bereiche, die von Münchnern völlig unbefangen genutzt werden. Eine Warnung für unvorbereitete australische Besucher: Die Schilder sind zwar deutlich, aber wer nicht vorher informiert wurde, wird dies beim ersten Mal sicher nicht vergessen.
Die Münchner Residenz
Das ehemalige königliche Schloss der Wittelsbacher – der bayerischen Königsfamilie, die 738 Jahre lang regierte – ist das größte Stadtschloss Deutschlands und einer der außergewöhnlichsten Schlosskomplexe Europas. 130 Räume sind in zwei Museen für die Öffentlichkeit zugänglich.
Das Antiquarium: Ein 80 Meter langer, tonnengewölbter Saal aus dem Jahr 1571, verziert mit Fresken und mit klassischen Statuen. Eines der schönsten Renaissance-Interieurs in Deutschland und außerhalb Münchens nahezu unbekannt.
Die Schatzkammer : Die Wittelsbacher Kronjuwelen, Reliquiare, Goldarbeiten und Zeremonialgegenstände wurden über 700 Jahre zusammengetragen. Das Gebetbuch der Kaiserin Kunigunde aus dem 11. Jahrhundert und die pfälzische Schatzkammer aus dem 14. Jahrhundert zählen zu den bedeutendsten mittelalterlichen Objekten in deutschen öffentlichen Sammlungen.
Eintritt: Residenzmuseum und Schatzkammer jeweils ca. 9 €, Kombiticket ca. 14 €. Planen Sie für beides 3–4 Stunden ein.
Die Pinakotheken – Münchens Kunstmuseumsverbund
Der Münchner Museumskomplex in der Maxvorstadt zählt zu den weltweit bedeutendsten Ansammlungen von Kunstsammlungen. Drei Hauptgebäude liegen fußläufig voneinander entfernt:
Alte Pinakothek: Meisterwerke der europäischen Malerei vom 14. bis 18. Jahrhundert – Dürer, Rubens, Rembrandt, Raffael, El Greco. Sonntags freier Eintritt (1 €). Eine der bedeutendsten Gemäldegalerien der Welt.
Neue Pinakothek: Europäische Malerei des 19. Jahrhunderts – Deutsche Romantik (Caspar David Friedrich), Französischer Impressionismus und internationale Kunst des 19. Jahrhunderts. Wegen Renovierung vorübergehend geschlossen; bitte informieren Sie sich über den aktuellen Status.
Pinakothek der Moderne: Vier Museen in einem Gebäude – Malerei (modern und zeitgenössisch), Architektur, Design und Arbeiten auf Papier. Die Designsammlung zählt zu den besten der Welt.
Ebenfalls in der Nähe: Das Kunstmuseum München (brandneu), das Museum Brandhorst (außergewöhnliche Sammlung zeitgenössischer Kunst) und die Glyptothek (griechische und römische Skulpturen, sonntags freier Eintritt).
Biergärten und Bierhallen: Die Münchner Gesellschaftsinstitution
Die Münchner Biergartenkultur ist kein touristisches Angebot – sie ist Teil des Münchner Lebensstils. An lauen Abenden von April bis Oktober füllen sich die Biergärten mit Büroangestellten, Familien, älteren Paaren und Menschen aus allen Bevölkerungsschichten Münchens. Diese Tradition – begründet durch das Brauereigesetz des 19. Jahrhunderts, das die späten Öffnungszeiten der Biergärten erlaubte – ist durch städtische Verordnungen geschützt.
Die großen Biergärten: Augustiner-Keller: Der angesehenste der großen Münchner Biergärten. Die einzige Münchner Brauerei, die ihr Bier noch in Holzfässern in ihren Biergarten transportiert. Der Biergarten bietet Platz für 5.000 Gäste. Weniger touristisch als das Hofbräuhaus, dafür stimmungsvoller. Biergarten am Chinesischen Turm: Im Englischen Garten, rund um die Pagode am Chinesischen Turm. 7.000 Plätze. Der meistbesuchte Biergarten Münchens. Paulaner am Nockherberg: An einem Hang südlich des Zentrums gelegen, mit herrlicher Aussicht und einem sehr typisch Münchner Publikum.
Die Bierhallen: Hofbräuhaus: Die weltberühmte Bierhalle – erbaut 1589, legendär, touristisch stark frequentiert und dennoch in ihrer Größe und Atmosphäre absolut einzigartig. Einmal besuchen; keine allzu hohen Erwartungen an Authentizität haben. Augustiner Stammhaus: Bierhalle im Zentrum Münchens, weniger touristisch als das Hofbräuhaus, mit besserer Bier- und Speisenqualität.
Bierbestellung: Bestellen Sie eine Messe (ein Liter) oder ein Halbe (ein halber Liter). Die sechs Oktoberfestbrauereien – Augustiner, Hacker-Pschorr, Hofbräu, Löwenbräu, Paulaner und Spaten – sind ganzjährig in München vertreten.
Tagesausflüge ab München: Die Alpen sind ganz in der Nähe
Münchens außergewöhnlichster geografischer Vorteil sind die Alpen – nur 45 Minuten mit der S-Bahn entfernt. Keine andere europäische Hauptstadt bietet eine so leicht erreichbare Alpenkulisse.
Schloss Neuschwanstein: 2 Stunden mit dem Regionalzug nach Füssen, dann weiter mit Bus oder Taxi. Tickets sollten Wochen im Voraus gebucht werden. Die meistbesuchte Touristenattraktion Deutschlands.
Garmisch-Partenkirchen und die Zugspitze: 1,5 Stunden mit dem Regionalzug. Deutschlands höchster Berg mit 2.962 Metern, erreichbar mit der Zahnradbahn oder der Seilbahn. An klaren Tagen ein spektakulärer Anblick.
Starnberger See : 30 Minuten mit der S-Bahn. Ein großer See in den Alpenausläufern, beliebt bei den Münchnern zum Schwimmen, Segeln und Radfahren am Ufer. König Ludwig II. ertrank hier im Jahr 1886.
Chiemsee: 1 Stunde mit dem Regionalzug. Der „Bayerische See“ – Bayerns größter See – mit Schloss Herrenchiemsee (Ludwig II. als Hommage an Versailles) auf einer Insel. Ein Tagesausflug, der See, Schloss und Alpenkulisse vereint.
Alles im Deutschlandticket enthalten.
Unterkünfte in München
Altstadt: Ideal für Erstbesucher und maximale Bequemlichkeit beim Sightseeing. Am teuersten. Hotels rund um den Marienplatz, das Sendlinger Tor und das Isartor.
Maxvorstadt/Schwabing: Universitätsviertel mit Charme, exzellenten Cafés und Restaurants, 15 Gehminuten zum Marienplatz. Gute Hotels und Apartments der Mittelklasse.
Glockenbachviertel: Junges Viertel, hervorragende Restaurants und Bars, 20 Gehminuten vom Marienplatz entfernt. Gute Wohnungen.
In der Nähe des Hauptbahnhofs: Praktisch gelegen, aber weniger charmant – die Gegend direkt um den Hauptbahnhof wirkt etwas rau. Für einen kurzen Aufenthalt ausreichend, wenn der Preis im Vordergrund steht.
Deutsche (und bayerische) Ausdrücke für München
In München spricht man Deutsch, allerdings mit bayerischen Dialektelementen, deren Intensität je nach Sprecher und Kontext variiert. Standarddeutsch ist überall üblich; bayerische Begrüßungen wirken herzlich.
Grüß Gott! - Hallo! (Bairischer Gruß – benutze ihn, die Leute wissen ihn zu schätzen) Servus! — Hi / Bye (informelles Bairisch) Eine Messe Augustiner, bitte. — Ein Liter Augustiner, bitte. Haben Sie einen Platz frei? — Haben Sie einen Platz frei? (in einem Biergarten) Ich möchte zum Marienplatz. — Ich würde gerne zum Marienplatz gehen. Wann fährt der Zug nach Garmisch? — Wann fährt der Zug nach Garmisch? Das Bier ist ausgezeichnet. — Das Bier ist ausgezeichnet. Wo ist der nächste Biergarten? — Wo ist der nächste Biergarten? Ein Hendl und eine Brezn, bitte. – Ein Hühnchen und eine Brezel, bitte. Das ist wirklich schön. — Das ist wirklich schön.
Wann sollte man gehen?
April–Mai: Frühling in München – Biergärten öffnen ab Ende April (sobald es die Temperaturen zulassen), der Englische Garten erwacht zum Leben und die Alpen präsentieren sich am Horizont mit frischem Schnee. Ein idealer Zeitpunkt vor dem Sommeransturm.
Juni–August: Münchner Sommer – lange Tage, Baden an den Stränden und Seen der Isar, gut besuchte Biergärten. Warm bis heiß (28–35 °C). Sehr beliebt bei in- und ausländischen Touristen.
September–Oktober: Das Oktoberfest findet von Mitte September bis Anfang Oktober statt. Zwei Wochen lang strömt die ganze Welt nach München. Wenn Sie das Oktoberfest besuchen möchten, buchen Sie Ihre Unterkunft 6–12 Monate im Voraus. Der Herbst nach dem Oktoberfest ist ruhig und angenehm.
Dezember: Der Münchner Weihnachtsmarkt am Marienplatz zählt zu den schönsten Deutschlands – er findet von Ende November bis Heiligabend statt. Kalt, aber mit einer ganz besonderen Wärme.
Wie lange benötigen Sie?
3 Tage: Marienplatz, Englischer Garten, Viktualienmarkt, Residenz, eine Pinakothek, ein Tagesausflug. So bekommt man einen guten Eindruck von der Stadt. 5 Tage: Alles oben Genannte plus ein ganzer Tagesausflug in die Alpen (Neuschwanstein oder Zugspitze), mehr Zeit für Museen, gemütliche Abende im Biergarten. Genau richtig. 7 Tage: Zusätzlich Schloss Nymphenburg, weitere Ausflüge in die Alpen, ein Tagesausflug zu einem bayerischen See und Zeit, in einem gemütlichen Café so lange zu verweilen, bis man sich dort richtig wohlfühlt.
Zusammenfassung
München ist die deutsche Stadt, die die meisten Australier am spontansten und umfassendsten genießen. Ihre Kombination aus historischer Schönheit, authentischer Kultur, der gut erreichbaren Lage in den Alpen und der unkomplizierten Freude an der Biergartenkultur macht sie zu einem einzigartigen Erlebnis. Sie besitzt zwar nicht Berlins Dynamik und Komplexität, aber das braucht sie auch nicht – München hat seine eigene Verbindung von Tradition und Moderne gefunden, die eine Stadt von seltener Vollkommenheit hervorbringt.
Begrüßen Sie die Leute mit „Grüß Gott“ , sitzen Sie bis zum Sonnenuntergang in einem Biergarten und fahren Sie an einem klaren Tag mit der S-Bahn in die Alpen. Die Stadt kümmert sich um den Rest.
Weiterführende Lektüre: Berlin vs. München für Australier | Lebenshaltungskosten in München für Australier | Die besten Tagesausflüge ab München für Australier
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